Die Choreografie zweier Muster
Zwei gemusterte Textilien im selben Raum können um Aufmerksamkeit konkurrieren. Für die Kollektion Hot off the Block von Perennials sollten Wandbelag und Teppich gemeinsam wirken. In allen vier Räumen treffen beide aufeinander, im Flur sogar drei Wandbeläge auf einen Läufer. Die Lösung lag nicht im Zurücknehmen, sondern im Staffeln. Maßstab gegen Maßstab, Kontrast gegen Kontrast, bis eine Hierarchie entsteht, die das Auge als Ruhe liest. So wird aus Pattern on Pattern eine zusammenhängende Bildwelt.
Ein Dessin, zwei Materialien
Das Dessin Fine Vine erscheint zweimal, als handgeknüpfter Teppich in Blackberry und als Wandbelag in Cerulean. Das verwandte Motiv stellt unterschiedliche Anforderungen an die 3D-Visualisierung: Auf dem Teppich bildet es eine plastische Bordüre, an der Wand einen wiederkehrenden Rhythmus. Florhöhe, Faserrichtung und die Schatten innerhalb des Teppichs müssen anders aufgebaut werden als die Oberfläche des Wandbelags. Wir haben beide Materialien getrennt digital umgesetzt, damit ihre Struktur und ihr Verhalten im Licht erkennbar bleiben. Das Motiv verbindet sie, die Materialdarstellung unterscheidet sie.
Der Rapport folgt der Architektur
Der Wandbelag sollte um Gesimse, in Laibungen und über Türrahmen hinweg verlaufen. Im dritten Raum zieht er sich über die Dachschräge bis auf die Decke. An jeder dieser Stellen müssen Maßstab und Anschluss des Musters stimmen. Dafür greifen 3D-Modellierung und Texturzuordnung ineinander: Die Geometrie definiert die Fläche, die Textur deren Musterführung. Für Hersteller von Wandbelägen zeigt die Serie damit nicht nur einen Ausschnitt des Dessins, sondern seine Wirkung an unterschiedlichen Bauteilen.
Vier Räume, entworfen für Textilien
Bevor ein einziges Muster gerendert werden konnte, mussten die Räume entstehen. Das Briefing beschrieb gesammelte Interieurs, zeitlose Oberflächen ohne Historismus, Holzarbeiten in Farbe statt in Weiß und eine dunkle, satte Palette. Wir haben daraus vier eigenständige Architekturen entwickelt, vom offenen Wohnraum über den Flur mit Blickachse bis zum Raum unter der Schräge. Die Einrichtung mischt antike Stücke, Silhouetten der Mid-Century-Moderne und Polstermöbel, Metalle tragen Patina. Diese Interior-Visualisierung folgt einer klaren Vorgabe: Die Möbel sollen den Raum glaubwürdig machen, während die Textilien das Hauptmotiv bleiben.
Lange Blickachsen und weiches Licht
Gefordert waren weiches, romantisches Licht und Perspektiven, die mehrere Räume zugleich zeigen, durch Türöffnungen hindurch und entlang von Fluchten. Auch die schmalen Ausschnitte hinter einem Türrahmen wurden dafür gestaltet, mit Materialien versehen und beleuchtet. Licht schafft hier Stimmung und lässt einzelne Ecken im Halbdunkel. Ein Teil der Motive sollte sowohl hochkant als auch im Breitbild geliefert werden. Beide Formate wurden bereits in der Kameraplanung berücksichtigt, damit Muster, Möbel und Architektur in jedem Ausschnitt zusammenfinden.
Eine Bildwelt für die Kollektion
Aus vier Räumen entstanden zwölf Motive, ein Teil davon zusätzlich im zweiten Seitenverhältnis. Das Dessin Birds of a Feather erscheint in dieser Serie bereits in zwei Farbstellungen und unterschiedlichen Räumen. Die Architektur bietet dafür einen gemeinsamen gestalterischen Rahmen, während Material, Licht und Kamera auf das jeweilige Motiv abgestimmt werden. Für die Perennials-Kollektion entstand so eine Serie, in der sich einzelne Produkte und ihre Kombinationen zeigen lassen. Du möchtest Wandbeläge oder Teppiche in einer eigenen Bildwelt präsentieren? Sprich mit uns über deine Kollektion.





























