Ein Möbel muss zweimal überzeugen: im Raum und aus der Nähe.
Für diese Case Study haben wir eine Bildwelt in CGI entwickelt: neun Motive, von der Raumansicht bis zur Tischkante. Dahinter steht eine Frage, die jedes Briefing beantworten muss: Welche Ansichten braucht ein Möbel, damit man es versteht und haben will?
Die Raumansicht zeigt, wie ein Stück lebt. Die Nahaufnahme zeigt, was es wert ist. Das funktioniert nur, wenn beide aus derselben Bildwelt kommen. Sonst wirkt das Detail wie ein Ausschnitt aus einem fremden Projekt.
Wenige Materialien, eine Bildwelt
Helle Textilien und warmes Holz bestimmen die ganze Serie, dazu eine Tischplatte mit feiner Steinzeichnung und wenige dunkle Akzente. Diese Elemente kehren in jedem Motiv wieder, die Kamera entscheidet nur, welches davon nach vorne tritt.
Genau darin liegt der Wert einer Bildwelt. Eine Marke kann Kampagne und Produktseite aus ihr bespielen, ohne dass zwischen den Kanälen ein Bruch entsteht.
Der Raum gibt dem Möbel einen Ort
Die Architektur ist offen, aber gegliedert. Holzbekleidete Stützen teilen die Fensterfront, Regale und Wandflächen nehmen denselben warmen Ton auf, dazwischen bleiben helle Flächen frei. Im Essbereich führen die lange Tischplatte und die Schienen an der Decke den Blick in die Tiefe. Im Wohnbereich öffnet sich der Raum zur Landschaft hinter dem Fenster.
Wichtiger als jedes Objekt ist der Platz zwischen ihnen. Accessoires stehen sparsam, keine Fläche ist voll. Ein Möbel braucht Luft, um gelesen zu werden, und ein Raum, in dem jede Ecke dekoriert ist, sieht nach Kulisse aus statt nach Zuhause.
Was die Distanz verschluckt
In der Raumansicht verschwindet die Tischkante fast. Aus der Nähe wird sie zum Thema. Feine Adern laufen durch die helle Platte, und die gerade Kante fasst das bewegte Muster ein. Darunter steht der gerundete Stuhlbezug, dessen körnige Struktur erst im seitlichen Licht lesbar wird. Beim Sofa löst sich die helle Fläche in Sitz und Rücken auf, die losen Kissen liegen über einem dunklen Holzsockel.
Die Hochformate lösen die einzelnen Möbel aus der Gesamtkomposition, lassen aber Spuren der Umgebung stehen: einen Regalausschnitt, den Vorhang, die Kante des Teppichs. So bleibt auch das Detail ein Teil des Raums.
Raumansicht und Detail gehören zusammen
In CGI lässt sich jede Kamera auch nachträglich setzen. Ob eine Nahaufnahme dann trägt, entscheidet sich aber früher. Material und Licht müssen für diese Nähe gebaut sein, sonst zeigt das Detail vor allem, dass es nicht geplant war.
In dieser Bildwelt machen die nahen Ansichten sichtbar, was in der Raumansicht zurücktritt: die Struktur des Sofabezugs, die Kante der Tischplatte und das Zusammenspiel von Polster und Holz. Die wiederkehrenden Materialien verbinden die einzelnen Motive zu einer Serie.
Wie ein solches Projekt von den Produktgrundlagen bis zum fertigen Motiv entsteht, zeigt der begleitende Werkstattbericht über ein CGI-Projekt in drei Schritten.





























